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Kaupthing warnt Kunden vor “gewaltsamen Handlungen” gegen die Bank

Veröffentlicht am 16. März 2009

Kürzlich hat Kaupthing wieder von sich hören lassen. Auf ihrer Webseite schreibt die isländische Problem-Bank in einem offenen Brief, dass die Kunden vor eine “harte Geduldsprobe” gestellt werden. Seit dem 9. Oktober 2008 (Tag des Moratoriums, d.h. ab da sind Ein- und Auszahlungen zu Gunsten oder zu Lasten der Kundenkonten nicht zulässig) seien fünf Monate ins Land gegangen und es entstehe der Eindruck, dass in der Zwischenzeit nicht viel passiert sei.

Da die Sachlage “etwas kompliziert” sei, bittet die Kaupthing-Bank darum es ihr nachzusehen, dass man nicht die gesamte juristische Situation wiedergeben könne. Im Falle der Abwicklung der Kaupthing-Bank müssten viele Parteien zusammenarbeiten. Hinzu komme der Status der deutschen Niederlassung, die nach einem sogenannten EU-Pass in Deutschland arbeite.

Kaupthing wehrt sich auch gegen angeblich “viele Halbwahrheiten” in den Medien, räumt aber ebenso ein, dass es richtig sei, dass die Kunden ihre angelegten Gelder noch nicht zurück erhalten haben. “Dennoch ist einiges geschehen”, behauptet Kaupthing weiter.

Kaupthing liest Kundenanfragen, antwortet aber nicht

Zudem hat Kaupthing mehrere Bitten an ihre deutschen Kunden geäußert:

  • “Senden Sie uns keine Kontokündigungen zu. Im Rahmen der Abwicklung wird das alles ganz automatisch auf Sie zukommen.”
  • Viele Kunden hätten gegenüber dem isländischen Einlagensicherungsfonds ihre Ansprüche eingereicht. Das sei gut und richtig. Bislang hätten wahrscheinlich die meisten von ihnen keine Eingangsbestätigung erhalten. “Das wird nach unserer Einschätzung wohl auch aus verständlichem Grunde noch nicht sofort erfolgen, ggf. auch gar nicht erfolgen. Der Arbeitsaufwand ist sehr hoch und derzeit von Island nicht zu leisten.”
  • “Bitte nehmen Sie Abstand davon, die Application ein weiteres Mal nach Deutschland zu senden. Auch wir können Ihnen dafür keine Bestätigung zusenden.”
  • “Bitte verzichten Sie auf die Schreiben, in denen Sie die Überweisung Ihrer Guthaben mit einer bestimmten Frist fordern. Aufgrund des Moratoriums können wir Ihrem Gesuch nicht nachkommen.”
  • Man freue sich sehr, wenn Kunden Kaupthing Mitteilungen über Änderungen der Adresse, der Bankverbindung mitteilen. “Diese werden bearbeitet und ins System eingepflegt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Bestätigungen zukommen lassen können. Aber die Vorgänge werden bearbeitet. Bitte senden Sie diese Dinge ausschließlich an die Adresse der Bank in Frankfurt (Kaupthing Bank NL Deutschland, Auf der Körnerwiese 17-19, 60322 Frankfurt). Bitte nicht über die elektronischen Wege.”
  • “Bitte haben Sie Verständnis, dass wir grundsätzlich derzeit auf keine Post von Ihnen antworten können. Wir nehmen hier alles auf, erstellen aber keine Antwortschreiben.”

Kaupthing sagt: “Keine Gewalt!”

Es sei der Bank zu Ohren gekommen, lässt Kaupthing verlautbaren, “dass Splitterparteien unserer Kunden auch über gewaltsame Handlungen nachdenken. Das ist Ihnen natürlich unbenommen und wir haben darauf voraussichtlich keinen Einfluss. Denken Sie vorher gründlich über Ihr Handeln nach. Mehr müssen wir dazu wohl nicht sagen.”

Derzeit könne man den deutschen Kunden weiterhin “keine Details” mitteilen. Aber das gesamte Vorhaben sei “auf einem guten Wege”. Aufgrund der rechtlichen Situation gebe es derzeit noch einige Details zu klären, was seine Zeit brauche, auch wenn es aus Kundensicht unbefriedigend sei. “Daher können wir derzeit auch noch keinen Zeitrahmen in Aussicht stellen.”

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13 Kommentare zu “Kaupthing warnt Kunden vor “gewaltsamen Handlungen” gegen die Bank”

  1. Die Kaupthing-Sparer sind nicht gewalttätig. Es gibt immer Idioten, die keine Grenzen kennen.

    Hierzu gibt es ein klares Statement:
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2009/03/12/neue-informationen-auf-der-kaupthing-deutschland-seite/

  2. Hetzerketzer sagt:

    Sie wollen doch nicht, dass Ihrem Geld etwas zustößt…

  3. Horst Hett sagt:

    Die Aussagen der KED wirken auf mich mehr wie Propaganda und gezielte Desinformation. Mehr diffuse Drohungen zur Verunsicherung der Kunden als sachgerechte Information.

    Es riecht nach Nebelkerzen !

  4. Meisner sagt:

    Gewalt ist kein Mittel, um ein sinnvolles Ziel zu erreichen.

    Ich finde es aber wichtig, daß Kaupthingverantwortliche ihre Zusagen von der Gläubigerversammlung am 5.2.09 in Island einhalten und die angeblich vorhandenen 80% Spareinlagen der deutschen Sparer umgehend auszahlen.
    Über die fehlenden 20% muß nach verhandelt werden.
    Wenn 80% der Sparsummen der über 30.000 Sparer vorhanden sein soll, verärgert die Verzögerungstaktik der isländischen Bankiers und was soll dann die Zusageß
    Sie müssen tun, was sie derzeit tun können-warum schreiten sie nicht zur Tat?

    Meisner

  5. Morath K sagt:

    Es sind sicher Kunden, selber auch Kunde von Kaupthing.de, dabei, die Frust haben, vielleicht auch was schreiben das vielleicht auch von der anderen Seite falsch verstanden wird. Mir selber gehts so, dass die Schuld von einer zur anderen Seite zugeschoben wird. und selber steht man Machtlos da. Bin nicht mittellos, vielleicht gibts andere die nichts mehr haben… und dann?? die eine Bank gibt die Mittel nicht frei weil sie selber Ansprüche an die Kaupthing hat, die Regierung hat Mittel zur Verfügung gestellt. Wo klemmts?? werdet euch einig und alle sind zufrieden!!!!!

  6. burghart sagt:

    Ich denke es ist auch wieder nur eine Schutzbehauptung um Stimmung im Forum zu machen. Kaupthing sollte betreffende Schreiben veröffentlichen.Es ist wirklich nicht mehr auszuhalten,wie die Kaupthing hier rumeiert. Beklagt falsche Presse, gibt aber selber keine Infos. Zeit gewinnen ist offenbar Ziel. Auch bei der deutschen Politik.Milliarden sind schnell zur Verfügung gestellt worden,um Banken vor der Pleite zu retten.Fahen Leute in gefährdete Gebiete und werden entführt,sind diese oft sehr schnell frei. Warum? Weil Geld fließt. Und wir? Werden hingehalten.

  7. Chris sagt:

    Langsam sieht mir das ganze nach einer groß angelegten Insolvenzverschleierung aus…

  8. Josef sagt:

    Hallo,

    selbstverständlich ist das eine Insolvenzverschleppung!

    Zur Zeit sind noch (angeblich) 80 % der Spareinlagen da, die ausgezahlt werden könnten, wenn man wollte (lt. BaFin kann trotz Moratoriums ausgezahlt werden), doch je länger die Auszahlung hinausgeschoben wird, desto weniger wird das Geld.

    Wer kann die Kaupthing Bank dazu zwingen, endlich auszuzahlen ?

    Welche gerichtliche Instanz (Gewalt!) ist dafür zuständig ?
    Keine !

    Eigentlich sollte doch sowas über den IWF geregelt werden.
    Doch nix passiert.

    Nur Palaver, sonst nix.

    Grüße
    Josef.

  9. Klaus sagt:

    Zur Unfähigkeit kommt offenbar noch die Unverschämtheit dazu. Ich weiss nicht genau, ob man diesen offenen Brief eher als offene oder als versteckte Drohung werten soll…
    Auf jeden Fall ist das nicht dazu angetan, irgendeine Art von Vertrauen aufzubauen.

  10. xaver sagt:

    Aha, jetzt geht den Brüdern wohl der Arsch auf Grundeis.Ein paar sibirische Valujews könnten
    bestimmt nicht schaden. Vielleicht ist das eine Sprache, die die Verantwortlichen verstehen.

  11. Pit sagt:

    Wie steht es eigentlich mit dem Europäischen Gerichtshof?
    Den könnte ja man darauf hinweisen.

  12. Elmar sagt:

    Ich denke eher, dass Kaupthing nur Mitleid erregen will, indem sie behaupten, dass ihnen Gewalt angedroht wurde. Wer würde so etwas machen und mit welchen Ziel? Das wäre Schwachsinn und würde den Gewalttätigen auch nicht näher an sein Geld bringen. Tatsache ist aber, dass Kaupthing seit Monaten bemüht ist, eine Rückzahlung hinaus zu zögern. Da dies nun nicht länger vermittelbar ist, versucht man neue Wege zu gehen und “Verständnis” zu bekommen. Von mir nicht!


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