Die Politik ist offenbar wild entschlossen ein zweites Lehman zu verhindern. Ganz zweifellos wäre eine Griechenland-”Pleite” eine Finanz-Katastrophe von ähnlichem Ausmaß und könnte darüber hinaus auch andere europäische Staaten mit in den Abgrund ziehen.
Nun werden weitreichende Pläne gegen Zocker bekannt: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy nehmen die Spekulanten an die Kandare. Viele riskante Finanzgeschäfte sollen beschränkt oder gleich ganz verboten werden. Merkel und Sarkozy wollen von EU-Kommissionschef José Manuel Barroso schriftlich eine Richtlinie gegen sogenannte Leerverkäufe von Aktien verlangen. EU-Richtlinien müssen von den EU-Mitgliedsstaaten als Gesetz umgesetzt werden.
Alleingang von Deutschland und Frankreich?
Außerdem solle der Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) eingrenzt werden. Zu den Verfassern der Erklärung gehörten auch der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, und der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Bei ungedeckten Leerverkäufen veräußern Banken oder Investmentfonds Aktien, die sie gar nicht besitzen, mit dem Ziel, den Börsenkurs zu drücken und die Papiere dann günstig einzukaufen. Mit einer Kreditausfallversicherung können sich Käufer einer Staats- oder Firmenanleihe gegen einen Bankrott des Gläubigers versichern. Die Papiere werden aber immer häufiger eingesetzt, um losgelöst von ihrem ursprünglichen Zweck auf die Pleite eines Staates oder Unternehmens zu wetten.
Nach Informationen des Blattes sind Merkel, Sarkozy, Juncker und Papandreou zur Not auch zu einem europäischen Alleingang bereit, sollten wichtige G-20-Partner wie die USA und China nicht mitziehen. “Wir können nicht immer warten, bis der Letzte an Bord ist”, hieß es der Zeitung zufolge in Verhandlungskreisen.
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