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Kfz-Versicherung stellt Unfallmelder vor

Veröffentlicht am 27. Juni 2010

Ein Crash, viel zerbeultes Blech und im Auto liegen Verletzte – dann geht es manchmal um Minuten, um Leben zu retten. Damit die Hilfe schnell zu den Unfallopfern kommt, greift mittlerweile die Technik ein. Kürzlich stellten die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA) ihren CoPiloten vor. Dahinter verbirgt sich ein Crashsensor, der über GPS-Ortung Daten an die Rettungsleitstelle sendet. Als erstes deutsches Assekuranzunternehmen bietet der kleine, zur Sparkassen-Gruppe gehörende Regionalversicherer ein derartiges Sicherheitspaket seinen Kfz-Versicherungskunden an.

Die Technik steckt in einem kleinen schwarzen Kasten, der Telematikeinheit, die in jedes Auto eingebaut werden kann. Das Gerät verfügt über einen Empfänger, der über das Satellitensystem zur Positionsbestimmung (GPS) den Standort erkennt, und über einen Crash-Sensor. Dieser registriert die Schwere des Unfalls, indem er die Beschleunigungskräfte misst. Diese Daten werden über das GMS-Netz, also das Mobilfunknetz, an die Notruf-Zentrale gesendet.

Ein Crash-Sensor misst beim Unfall die Beschleunigungskräfte. Foto: Viktoria Kühne

Bei einem leichteren Unfall versucht die Notrufzentrale zuerst, telefonisch Kontakt mit dem Fahrer aufzunehmen. Ist der Crash schwerer, wird die zuständige Rettungsleitstelle innerhalb weniger Sekunden alarmiert. Sie kann ohne jeden Zeitverzug handeln, denn nach Aussage des Unternehmens ist sie mit exakten Daten zum Unfallort ausgerüstet.

Auch Diebstahlortung ist möglich

Im Mai gestartet, fahren bisher etwa 50 Kunden mit dem CoPiloten umher. Bis Ende des Jahres hofft der Versicherer auf eine vierstellige Zahl. Über einen automatischen Notruf denken übrigens auch die Beamten in Brüssel nach. Für die kommenden Jahre wird eine EU-weite Regelung erwartet, die den so genannten E-Call (emergency call) für alle Neuwagen verpflichtend vorschreibt.

Ein weiterer wichtiger Vorteil des CoPiloten ist die Diebstahl-Ortung. Auf Anforderung des Kunden aktivieren die Servicemitarbeiter des Versicherers die Datenübertragung aus der Ferne und ermitteln die exakte Position. Diese Angaben werden dann an die Polizei übermittelt. Dass mit den Daten kein Unfug getrieben wird und immer nur berechtigte Personen zugreifen können, ließ sich die ÖSA von der Datenschutzbehörde in Sachsen-Anhalt bestätigen. Selbstständige können als Zusatzoption ein Fahrtenbuch aktivieren.

Das Gerät kostet knapp zehn Euro pro Monat. Der Markt für GPS-Ortungssysteme ist breit gefächert. Ein System für Firmen, das zusätzlich zum Fahrtenbuch umfangreichere Daten zur Verfügung stellt, schlägt beispielsweise mit zwölf Euro im Monat und über 300 Euro einmaligen Anschaffungskosten zu Buche. Dabei fehlt aber der Crashsensor.

tr

1 Kommentar zu “Kfz-Versicherung stellt Unfallmelder vor”

  1. Andy sagt:

    In Österreich gibt es das schon seit Längerem. Die Uniqa Versicherung bietet den Einbau eines Crashsensors an mit einem Notfallknopf. Der Sensor schützt aber auch vor Diebstahl. Das Auto kann also jederzeit geortet werden.


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