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Knapp 26 Milliarden Euro für Medikamente

Veröffentlicht am 17. Oktober 2007

Die Kostenexplosion bei den Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist 2006 gestoppt worden.

Im vergangenen Jahr habe es nur einen “moderaten Anstieg” gegeben, sagten die Verfasser des Arzneiverordnungsreports 2007 am Dienstag in Berlin. Als Grund für die Entwicklung wurde das Arzneimittel-Spargesetz der großen Koalition genannt.

So wurden die Höchstbeträge, die die Kassen für Medikamente zahlen, gesenkt und Zuzahlungsbefreiungen für besonders günstige Medikamente eingeführt. Auch der zehnprozentige Abschlag für Nachahmer-Präparate habe für den starken Rückgang gesorgt, hieß es.

Einsparpotenzial in Milliardenhöhe

2006 wuchsen die Ausgaben für Medikamente um 1,8 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro. 2005 seien diese Kosten noch um fast 17 Prozent gestiegen, sagte Ulrich Schwabe vom Pharmakologischen Institut der Universität Heidelberg. Er wies daraufhin, dass es weiterhin ein Einsparpotenzial von 3,3 Milliarden Euro in diesem Sektor gebe.

Die Arzneimittelkosten stünden mit 17,8 Prozent auch immer noch an zweiter Stelle bei den Gesamtausgaben der GKV, noch vor den Ausgaben für ärztliche Behandlungen.

Der AOK-Bundesverband warnte, dass die Ausgabensteigerungen bei den Medikamenten im Juli und August 2007 wieder im zweistelligen Bereich gelegen hätten. Auch wenn ein Teil des Ausgabenanstiegs auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer zurückzuführen sei, müsse genau auf die weitere Entwicklung geschaut werden, sagte AOK-Chef Hans Jürgen Ahrens. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sieht ebenfalls keinen “klaren Effekt” für die Kosten im Jahr 2007.

Preise rationalisieren

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) appellierte an die Industrie, auf vernünftige Preise für Medikamente zu achten. Sie verwies auf Spezialpräparate für schwer kranke Menschen. Obwohl diese nur zu zwei Prozent verschrieben würden, machten sie mehr als ein Fünftel der Arzneimittelausgaben aus. Hier seien Verbesserungen möglich.

Nach Ansicht des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) versuchen die Autoren des Reports, “die Pharmaindustrie als Kostentreiber des Gesundheitswesens zu brandmarken”. Dabei ignoriere der Report Kosteneinsparungen, die durch eine Arzneimitteltherapie erreicht werden könnten, etwa die Reduzierung der Krankheitsdauer oder der Krankenhaustage oder weniger Arbeitsausfalltage, sagte BPI-Geschäftsführer Henning Fahrenkamp.

Auch der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) sieht eine “Schuldzuweisung” an die Arzneimittelindustrie.

Der Report basiert auf rund 700 Millionen Arzneimittel-Verordnungen für gesetzlich Krankenversicherte.

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(Quelle: ddp)

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