Kreditversicherung: Staatliches Hilfspaket mit Lücken
22. Dezember 2009
Für Aon, den weltweit größten Versicherungsmakler, ist die Mitte Dezember beschlossene staatliche Hilfe für Warenkreditversicherungen unzureichend. An deutsche Exporteure wurde dabei nicht gedacht.
Die Bundesregierung hatte sich mit den Kreditversicherern darauf geeinigt, dass der Staat Bürgschaften in Höhe 7,5 Milliarden Euro bereitstellt. Damit können Lieferanten die Zahlung solcher Warensendungen absichern, bei denen privaten Versicherern eine komplette Übernahme des Risikos zu hoch ist. Die Unternehmen entrichten eine verhältnismäßig hohe Prämie dafür, dass der Bund bei einem Zahlungsausfall das Empfängers einspringt. Er trägt dabei aber immer nur einen Teil des Risikos, der Rest muss privat abgesichert werden.
Erfreulich sei, dass die Politik das Kreditversicherungsproblem erkannt habe. “Allerdings dürfen ausschließlich in Deutschland ansässige Unternehmen und deren deutsche Kunden das staatliche Modell der zusätzlichen Bürgschaft nutzen. Die deutschen Exporte werden daher von dem Modell leider nicht profitieren”, sagt Ralph Liebke, Chef der deutschen Aon-Tochter.
Unklar sei die Perspektive, wenn das Programm Ende 2010 ausläuft: “Was passiert, wenn das Geld aufgebraucht ist? Lässt der Staat den innerdeutschen Handel dann wieder mit seinem Problem allein?”, fragt Liebke.
Die Prämie ist relativ hoch, die der Staat von den Firmen fordert – jährlich 2,88 Prozent der Versicherungssumme. Am Markt wäre der Schutz theoretisch für die Hälfte zu haben. Laut sueddeutsche.de erklärte Peter Ingenlath, der Vorsitzende der Kommission Kreditversicherung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, die Höhe mit dem Risiko. Damit würden gleichsam Häuser gegen Feuer versichert, aus denen schon Rauch aufsteige.
Am Markt gibt es laut Mitteilung von Aon Versicherungspolicen, die eine ähnliche Deckung wie das staatliche Hilfspaket auch für das Auslandsgeschäft anbieten.
tr
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