Unter einem nachhaltigen Investment versteht man die Geldanlage in Unternehmen, die den Schutz der Umwelt in den Vordergrund stellen sowie ethische Kriterien im Unternehmensablauf fest verankern.
In der Praxis werden dann so genannte Positiv- und Negativlisten von verschiedensten Geldanlageninstituten oder Fondsmanagern aufgestellt, an denen sich die Unternehmen messen lassen müssen.
Wer die Kriterien nicht einhält, hat keine Chance, in einem der Nachhaltigkeitsfonds berücksichtigt zu werden.
Der “Natur-Aktien-Index”
Als besonders konsequent gilt die Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien im so genannten “Natur-Aktien-Index” (NAI). Er wurde im April 1997 aufgelegt.
Ein Ausschuss entscheidet, welche Werte in den Index aufgenommen werden. Die Unternehmen dürfen keines der Negativ-Kriterien erfüllen. Dazu zählen etwa die Bereiche Atomenergie und Waffenproduktion, außerdem darf keine Diskriminierung von Frauen und sozialen oder ethnischen Minderheiten festgestellt werden.
Kinderarbeit ist ebenso verboten wie Tierversuche, Gentechnik in der Lebensmittelproduktion sowie die Erzeugung ausgesprochen umwelt- oder gesundheitsschädlicher Produkte.
Zu den zu erfüllenden Positiv-Kriterien gehören etwa eine besondere Umweltfreundlichkeit, Produktsicherheit, die Minimierung des Rohstoffverbrauchs und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Zum Jahresbeginn werden alle Werte gleich gewichtet, damit kein Titel ein störendes Übergewicht im Index bekommt.
Von Anfang an dabei sind etwa die französische Firma “Boiron” und der japanische Fahrradteilbauer “Shimano”. Seit Jahresbeginn ist auch der amerikanische Biowarengroßhändler “United Natural Foods” im NAI gelistet.
Der Schuhhersteller “Timberland” verschwand nach einem Bericht der “Stiftung Warentest” dagegen aus dem Index, weil er für seine Zulieferer keine sozialverträglichen Arbeitsbedingungen mehr garantieren konnte.
Für die Anleger kann sich das grüne Gewissen durchaus lohnen: Der NAI stieg seit 1997 um mehr als 300 Prozent oder um rund 15 Prozent pro Jahr – ein stolzes Ergebnis, bei dem selbst herkömmliche Fonds nicht mithalten können.
Der Fonds “Ökovision”
Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Nachhaltigkeitsfonds ist der Fonds “Ökovision” der Bank “Sarasin”.
Positiv wird hier bewertet, wer Pionierleistungen im Umwelt- und Sozialbereich verzeichnen kann und umwelt- und sozialverträgliche Technologien verwendet sowie besonders langlebige, reparaturfreundliche und damit umweltschonende Verbrauchsgüter produziert.
Seit dem Frühjahr 2003 hat der Fonds wieder um rund 140 Prozent zugelegt.
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(Quelle: ddp)

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