Die Sachsen haben den meisten Speck auf den Rippen. 54 Prozent von ihnen erreichen einen Body-Mass-Index von 25 oder mehr. Den geringsten Anteil aller Bundesländer verzeichnet ausgerechnet Bayern, die Heimat von Haxn und Leberkässemmel, mit knapp 40 Prozent.
Das sind Ergebnisse des Reports “Wie gesund lebt Deutschland?”, den die Krankenversicherung DKV und das Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln vorgestellt haben. Es klingt nicht sehr ermutigend, aber nur 13,9 Prozent aller Deutschen leben rundum gesund. Dabei scheinen die Alten den Jungen davonzurennen. Jeder Fünfte über 65 Jahre lebt gesund. In der Altergruppe von 18 bis 29 Jahren schaffen das nur 7,4 Prozent.
Für die Studie legten die Forscher einen “Rundum-gesund-Index” fest. Untersucht wurden die wichtigsten Aspekte für einen gesunden Lebensstil: die körperliche Aktivität der Menschen, die Qualität ihrer Ernährung, ihr Nikotin- und Alkoholkonsum und ihr Stressempfinden. Was gesund ist und was nicht, bewerteten die Forscher dabei nach gängigen Standards wie etwa etwa den Empfehlungen der WHO für ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität und den Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Als “rundum gesund” galt der derjenige, der auf allen Gebieten die Benchmarks erreicht – also der ungestresste, wenig Alkohol trinkende Nichtraucher, der sich ausreichend bewegt und sich ausgewogen ernährt.
Nordlichter leben gesund
Überraschend ist der Sieger im Ländervergleich hinsichtlich des “Rundum-gesund-Index”. In Mecklenburg-Vorpommern schaffen knapp 20 Prozent der Bewohner alle Anforderungen. Deshalb muss man sich vielleicht langsam von dem Klischee verabschieden, das da lautet: Mecklenburger rauchen Pfeife auf ihrem Kutter, auf den Tisch kommt zwar guter Fisch, aber wenig Vitamine und die Nordlichter trinken zu jeder Gelegenheit (Regen, Kälte, Feierabend, Besuch … ) einen “Kööm”, den beliebten klaren Schnaps. Schlusslicht unter den Bundesländern ist Sachsen-Anhalt mit knapp acht Prozent.
Die Sachsen erkennen offensichtlich die Zeichen der Zeit und arbeiten an sich. Zwar tragen sie besonders viele Pfunde mit sich herum, sie bewegen sich aber mehr als alle anderen. 69 Prozent von ihnen bringen sich körperlich in Form. Das heißt nach WHO-Kriterien, sie sind an mindestens 5 Tagen in der Woche im Minimum 30 Minuten “moderat aktiv”, wobei auch die Arbeit mitzählt. Für den Report befragte die GfK Nürnberg bundesweit rund 2.500 Menschen nach ihren Alltagsgewohnheiten.
tr
