Die Füße hochlegen und das Nichtstun genießen, das ist der Traum vom Rentnerdasein für fast die Hälfte der Deutschen zwischen 18 und 60 Jahren. Der echte “Ruhe-Stand” ist damit die unangefochtene Nummer Eins auf der Wunschliste. Natürlich stehen daneben auch materielle Wünsche hoch im Kurs. Aber die Deutschen tun bisher zu wenig, um sich später etwas leisten zu können.
Mehr als ein Drittel hat noch keine private Altersvorsorge getroffen. Damit klafft die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Villa und Vileda, immer weiter auseinander. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.002 Deutschen durch das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung im Auftrag der Hannoverschen Leben.
Kreuzfahrt, Weltreise und Eigenheim ganz oben
Auf Platz zwei der Lebensträume rangieren die Kreuzfahrt oder Weltreise. 40 Prozent der Befragten sind vom Fernweh gepackt und wollen in fremde Kulturen eintauchen. 15 Prozent der Bundesbürger träumen davon, Europa mit dem eigenen Wohnmobil zu erobern. Jeder Vierte will Deutschland sogar endgültig Adieu sagen und in sonnige Gefilde auswandern.

Traumstrände im Rentenalter: Das geht nur, wenn die Deutschen wesentlich mehr für die Altersvorsorge tun. Foto: Hannamonika, Fotolia.com
Die eigenen vier Wände rangieren auf der Prioritätenliste ebenfalls weit oben (Platz drei). Mehr als jeder dritte Befragte träumt vom mietfreien Lebensherbst. Bei den Deutschen unter 24 Jahren ist das Eigenheim sogar mit weitem Abstand das Tor zur Glückseligkeit. Dahinter reihen sich Wünsche nach mehr Muße für Haus und Garten (Platz vier) sowie nach ausschweifenden Shoppingsünden (Platz fünf) ein.
60 Prozent der Jungen sparen nicht für’s Alter
Allerdings passt dieses Wunschdenken nicht mit der Wirklichkeit zusammen. Besonders für die jüngere Generation werden viele Zukunftsziele eine Luftblase bleiben. Bisher haben in dieser Altersgruppe sechzig Prozent keine private Vorsorge getroffen. Auch altersübergreifend wird ein Großteil den Rotstift ansetzen müssen. 35 Prozent der Befragten haben noch nicht die finanziellen Weichen gestellt, um den später angestrebten Lebensstandard zu erreichen.
Meist verpufft das Geld für andere Zwecke. 71 Prozent der Befragten konnten bisher nichts zur Rentenabsicherung erübrigen. Auch Unwissenheit ist einer der Hemmschuhe: Jeder fünfte Vorsorgemuffel fühlt sich zu schlecht über die Möglichkeiten der finanziellen Absicherung informiert. Vier von zehn Deutschen haben sich deshalb schon mit dem Gedanken abgefunden, dass sich ihr Lebenstandard deutlich verschlechtern wird. Nur zehn Prozent hoffen auf rosigere Zeiten.
