Sachversicherung: Mehr Schäden im Jahr 2010

Veröffentlicht am 03. September 2010

Die Wohngebäudeversicherung und die Vollkasko in der Kfz-Versicherung bringen der deutschen Assekuranz in diesem Jahr kein Glück. In diesen beiden Sparten fährt die Branche herbe Verluste ein. Für 100 Euro, die die Unternehmen einnehmen, müssen sie im laufenden Jahr vermutlich 112 beziehungsweise 111 Euro ausgeben (Schadenzahlungen, Verwaltung und Provisionen).

Einige der Gründe für die schlechte Situation tragen Frauennamen: Xynthia und Daisy zum Beispiel. Tiefdruckgebiete und der strenge Winter ließen die Schadenzahlen in die Höhe schnellen. Die Aufwendungen bei den Wohngebäudeversicherungen werden voraussichtlich um 15 Prozent steigen.

Bei den Kfz-Versicherungen ist die Schaden-Kosten-Quote nach der Schadenabwicklung (Combined Ratio) traditionell schlechter, weil sich die Gesellschaften einen Preiskampf liefern. Die Branche rechnet hier im sechsten Jahr in Folge mit sinkenden Beitragseinnahmen. Teils liegt das auch daran, dass die Kundschaft in bessere Schadenfreiheitsklassen “hineinwächst”.

Die Zahlen entstammen der Jahresprognose des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft, über die die Zeitschrift “Versicherungswirtschaft” (15/2010) berichtet. Mit Blick auf alle Sparten der Schaden- und Unfallversicherung resümiert Robert Pohlhausen, der Vorsitzende des zuständigen Hauptausschusses: “Wir blicken optimistisch in die Zukunft.” Insgesamt liegt die Combined Ratio nämlich bei 98 Prozent und damit nur einen Prozentpunkt höher als beim Vorjahresergebnis.

Die Beitragseinnahmen der Versicherer bei den Schaden- und Unfallversicherungen dürften um 0,5 Prozent auf 54,9 Milliarden Euro steigen. Allein für Schäden müssen sie allerdings 1,9 Prozent mehr zahlen (43,2 Milliarden Euro).  Richtig gut läuft übrigens die Hausratversicherung. Da geben die Unternehmen nur 78 von 100 Euro aus – inklusive aller Kosten.

tr

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