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Schufa: Eine kostenlose Auskunft pro Jahr

Veröffentlicht am 01. April 2010

Ab heute darf jeder Verbraucher einmal im Jahr kostenlos die Daten abfragen, die bei der Schufa und anderen Auskunfteien über ihn gespeichert sind. Grund dafür ist eine Änderung im Bundesdatenschutzgesetz. Bisher kostete die Auskunft 7,60 Euro.

Wie sehr die Kontrolle vor Aufnahme eines Kredites zu empfehlen ist, zeigt eine Auswertung im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz. Danach waren 46 Prozent der Auskünfte fehlerhaft. Falsche Angaben sollte der Kunde korrigieren lassen. Auf der Internetseite der Schufa gibt es dafür beispielsweise einen Rückfrage-Button. Kommt dort ein Korrekturwunsch an, hält die Kreditauskunft Rücksprache mit dem Unternehmen, das die Daten gemeldet hat. Dann wird der Eintrag richtig gestellt.

Die erschreckend hohe Fehlerquote gibt nach Schufa-Angaben die Tatsachen verzerrt wider. Ein großer Teil der nicht korrekten Daten rührt daher, dass mittlerweile Kreditinstitute Angaben zu Girokonten liefern, die früher nicht mitgeteilt wurden. Insofern war ein beträchtlicher Teil der Datensätze lediglich unvollständig.

Villa oder Plattenbau – Wohnlage hat bei Schufa keinen Einfluss

Die Auskunft, die der Kunde einholen kann, ist nicht für potenzielle Kreditgeber geeignet, weil dort alles aufgelistet wird. Firmen, die bei der Schufa anfragen, erfahren zum Beispiel die Höhe und Laufzeit sonstiger Kredite, aber nicht den Anbieter. Damit sollen Konkurrenzauswertungen unterbunden werden. Die Schufa arbeitet nach dem so genannten Intermediärmodell. Das heißt, nur diejenigen 4.500 Unternehmen, die Daten liefern, können auch Informationen abfragen. Über 430 Millionen Daten zu etwa 65 Millionen Bürgern sind derzeit bei dem Unternehmen gespeichert.

Aus allen vorliegenden Angaben ermitteln die Auskunfteien einen so genannten Score-Wert, der einen Anhaltspunkt für die Kreditwürdigkeit des Kunden gibt. Es ist möglich, dass Kunden mit einem schlechten Score einen Kredit gar nicht oder nur zu schlechteren Konditionen erhalten. Kritik entzündete sich besonders daran, wenn der Wohnort in diesen Wert einfließt. Das bedeutet, selbst solvente und solide Kunden bekommen unter Umständen keinen Kredit, weil sie in der falschen Straße wohnen und das Ausfallrisiko dort statistisch höher liegt.

Selbst das neue Datenschutzgesetz räumt mit dieser Praxis nicht komplett auf. “Der Gesetzgeber wollte das Geoscoring nicht vollständig verbieten, sondern im Wesentlichen für den Betroffenen transparenter machen”, heißt es dazu auf der Seite des Bundesdatenschutzbeauftragten.  Die Seriosität der Score-Werte muss jetzt nachgewiesen werden. Ein großer Teil der Aufregung dürfte jedoch sich legen. Denn ausgerechnet die Schufa als bekannteste Auskunftei betont, standardmäßig auf Geodaten zu verzichten.

Wer seine bei der Schufa gespeicherten Daten ständig im Blick haben möchte, kann sich unter www.meineschufa.de für einmalig 18,50 Euro einen Zugang einrichten.

tr

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