Versicherungsvermittler motzen gegen Banken. Dabei wissen sie die Stimmung zum Teil auf ihrer Seite, seit Lehman-Zertifikate arglose Bankkunden um ihr Geld brachten. Jetzt sehen sie sich auch durch die Statistik bestätigt. 80 Prozent mehr Beschwerden über die Banken im Vergleich zu 2007 habe es zuletzt gegeben, berichtete das “Handelsblatt”. Der Bundesverband deutscher Versicherungskaufleute (BVK) nahm das zum Anlass, wieder einmal gegen den Verkauf von Versicherungen am Bankschalter zu wettern.
“Wenn die Zufriedenheit von Bankkunden so stark abnimmt, fürchten wir, dass Versicherungsvermittler mit in diesen Abwärtssog hineingezogen werden”, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. Mit 6.514 Kundenbeschwerden beschäftigte sich der Ombudsmann der Privatbanken. Sein Pendant in der Versicherungsbranche musste nur 464-mal über Beschwerden gegen Versicherungsvermittler entscheiden.
Für gute Beratung sollten überall im Finanzsektor dieselben Anforderungen an die Qualifikation gelten, so der BVK-Chef. Das zielt auf die EU-Vermittlerrichtlinie, die seit 2007 im Versicherungsbereich gilt und die für alle Verkäufer eine Sachkundeprüfung vorsieht. Doch während in der Assekuranz vor der Regulierung theoretisch überhaupt keine fachliche Qualifikation Pflicht war, stehen am Schalter eines Geldinstituts ausgebildete Bankkaufleute.
Mit der Solidität der Bankenberatung sind auch Verbraucherschützer nicht zufrieden, Recherchen von “Finanztest” deckten Mängel auf. Aber Verkaufserfolg können die Geldhäuser vorweisen, wenn sie im Revier der Versicherungsvermittler und Makler wildern. Etwa 27 Prozent aller Lebensversicherungen wurden 2008 von Banken verkauft. Das zeigt der Vertriebswege-Survey der Unternehmensberatung Towers Watson. Damit stieg der Anteil seit der Jahrtausendwende um 6 Prozent. Das Stück von Kuchen, das Ausschließlichkeitsorganisationen abbekommen, sank dagegen um 15 auf jetzt 28 Prozent. Das ist auch der eigentliche Hintergrund für die Rivalität und des BVK-Störfeuers.
Richtig bleibt die Warnung des Verbandes, dass Banken unter Umständen eine Abhängigkeit der Kunden ausnutzen können, wenn sie gleichzeitig Versicherungen anbieten. Tatsächlich zeigt die Erfahrung von Maklern, das zum Beipiel Kleinunternehmer aufgefordert werden, ihre Policen bei der Bank abzuschließen, andernfalls könne man bestimmte Kreditlinien nicht aufrecht halten.
tr

Ich bin der Meinung man sollte die Versicherungsvermittler gerade jetzt ein wenig in Schutz nehmen. Da diese meist auf Provision arbeiten, ist es nur logisch, das Vertragsabschlüsse zustande kommen müssen. Danke an den Autor für die Klarstellung! wolle