Fusionen werden immer mit dem Argument verkauft, dass das gewachsene Unternehmen Synergien ausschöpft. Nur große Player senken – relativ betrachtet – ihre Fixkosten und bleiben international wettbewerbsfähig. Harold Kluge untersuchte die Frage für die Versicherungsbranche und kommt in der Zeitschrift “Versicherungswirtschaft” (23/2009) zu dem Schluss: Die so genannten “Economies of Scale” sind eine Legende!
Um die erwünschten Skaleneffekte zu erzielen, müsste es Kostenblöcke geben, die unabhängig vom Firmenwachstum gleich bleiben. Die meisten Ausgaben hat ein Versicherer aber für Provisionen und Schäden und die nehmen proportional zu. Der Autor, als Anwalt in München tätig, untersucht die deutschen Versicherer nach ihrer Kostenquote und ihrem wirtschaftlichen Ergebnis. Vergleicht man die Rangliste der zehn erfolgreichsten Anbieter mit den Top 10 der umsatzstärksten, finden sich nur wenige Übereinstimmungen. Die besten ökonomischen Ergebnisse präsentieren häufig kleine Versicherer, die dank ihres Vertriebsweges niedrige Kosten haben und spezielle Kundengruppen ansprechen.
Auch ein Blick auf einzelne Fusionen bestätigt das Bild. Von drei betrachteten Firmenzusammenschlüssen brachte nur einer eine spürbare Senkung des Kostensatzes. Kluges Resümee: “Nichts spricht dafür, dass in der Versicherungswirtschaft … große Unternehmen Kostenvorteile haben.”
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