Von A wie Aktie bis R wie Riester: Die sieben Sünden der Geldanlage

Veröffentlicht am 26. September 2009

Wer so eine Villa wie dieses Ferienhaus in der französischen Haute Provence sein Eigen nennt, kann sich Sünden bei der Geldanlage erlauben. Alle anderen lieber nicht. Foto: vacando.de

Wer so eine Villa wie dieses Ferienhaus in der französischen Haute Provence sein Eigen nennt, kann sich Sünden bei der Geldanlage erlauben. Alle anderen lieber nicht. Foto: vacando.de

Noch immer vertrauen zu viele Bundesbürger auf ihr Sparbuch. Doch Verbraucher sollten die staatliche Förderung bei der Altersvorsorge nutzen und zugleich die Absicherung der wichtigsten Risiken nicht vergessen und ihr Vermögen möglichst breit streuen.

Der Finanzdienstleister Delta Lloyd hat die sieben Sünden der Geldanlage aufgelistet:

Sünde 1: Riester-Zulagen verschenken
Riester, also die geförderte private Altersvorsorge, ist dank der staatlichen Zuschüsse und Steuervorteile finanziell äußerst attraktiv – für Familien wie für Singles. Jeder Erwachsene erhält pro Jahr einen staatlichen Zuschuss von bis zu 154 Euro, für jedes Kind kommen 300 Euro (ab 2008 geboren) oder 185 Euro (vor 2008 geboren) hinzu. Und Berufsanfänger unter 25 erhalten bei Vertragsabschluss einen einmaligen Zusatzbonus von 200 Euro. Dazu kommen weitere Steuervorteile, so dass der Staat oftmals einen großen Teil der Versicherungsbeiträge übernimmt.

Sünde 2: Betriebliche Altersvorsorge (BAV) nicht nutzen
Arbeitnehmer können bei der BAV mit einer Entgeltumwandlung ihr Einkommen im Alter erhöhen und zugleich Steuern sparen. Denn die Versicherungsbeiträge werden direkt vom Brutto abgezogen – weder Einkommensteuer noch Sozialabgaben fallen an. Das heißt: monatlich 100 Euro vom Brutto sparen bedeutet daher nicht 100 Euro weniger netto. Erst die später fälligen Auszahlungen sind steuerpflichtig, dann aber können zusätzliche Freibeträge genutzt werden.

Sünde 3: Risikoabsicherung vernachlässigen
Beim Sparen für die Altersvorsorge vergessen viele Verbraucher, die wichtigsten Risiken des Alltags und des Berufslebens abzusichern. Dazu zählen neben einer Haftpflichtversicherung vor allem ein wirksamer Todesfallschutz. Damit ist die Familie abgesichert, wenn das Einkommen entfällt. Ebenso wichtig: eine
Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn bereits heute scheidet jeder fünfte Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Dennoch ist jede zweite Familie in Deutschland nicht gegen Berufsunfähigkeit abgesichert. Das ergab eine repräsentative Studie von Delta Lloyd Deutschland und dem F.A.Z.-Institut.

Sünde 4: Mangelnde Flexibilität und fehlende Ziele
Vom Single zur Familie mit Kind und später noch die berufliche Selbstständigkeit – Lebens- und Arbeitsmodelle eines jeden Einzelnen wandeln sich im Laufe der Jahre. Die Anlage- und Vorsorgestrategie sollte entsprechend angepasst werden, abgeschlossene Verträge entsprechend variabel sein. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit, die Versicherungssumme einer Lebensversicherung bei Hochzeit oder Geburt eines Kindes zu erhöhen oder die Laufzeit flexibel an das tatsächliche Rentenalter anzupassen. Je nach individuellem Ziel sollte auch die Geldanlage entsprechend strukturiert sein: Wer frühzeitig in Rente gehen und anschließend die Welt erkunden möchte, muss anders sparen als Verbraucher, die bis zum regulären Rentenbeginn arbeiten und anschließend das Leben in den eigenen vier Wänden genießen möchten.

Sünde 5: Aktiendepot ständig umschichten
Aktien bieten erfahrungsgemäß langfristig gesehen hohe Renditechancen – auch wenn starke Kursrückgänge zwischendurch das Depot belasten können. Doch Anleger, die ständig ihr Depot umschichten, müssen einerseits mit hohen Gebühren und Steuern rechnen. Zum anderen entgehen ihnen Gewinnchancen. Daher bieten sich Sparpläne an, etwa in Aktienfonds. Hierbei wird jeden Monat ein fester Beitrag eingezahlt. Vorteil: Wer langfristig jeden Monat spart, nutzt den so genannten Cost-Average-Effect und steigert so die Renditechancen. Denn bei gleichbleibenden Raten erhält der Sparer bei niedrigen Kursen viele Anteile, bei hohen Kursen entsprechend weniger Anteile. Langfristig sinkt so der durchschnittliche Kaufpreis.

Sünde 6: Alles auf eine Karte setzen
Sparer sollten ihr Vermögen stets auf verschiedene Anlageformen verteilen. Wer ausschließlich in Aktien investiert, setzt auf ein zu großes Risiko. Umgekehrt verschenken Verbraucher wertvolle Renditechancen, wenn sie Geld nur auf ein Sparbuch einzahlen.

Sünde 7: Auf Beratung verzichten
Viele Bundesbürger kümmern sich trotz fehlender Kenntnisse allein um ihre Geldanlage. Externer Rat hilft, die Sparziele zu identifizieren und teure Fehler zu vermeiden.

2 Kommentare zu “Von A wie Aktie bis R wie Riester: Die sieben Sünden der Geldanlage”

  1. Hans sagt:

    Externer Rat hilft???

    Da konnte ich nur die schlechtesten ” Beratererfahrungen ” der Dresdner Bank geniessen! Hausbanken wollten mich ebenfalls in einseitige Immo-Investitionen steuern!

    Wenn die Berater so gut wären, würden Sie nicht hinter, sondern vor dem Tresen stehen.

  2. Finanznews sagt:

    Externe Beratung kann helfen, wichtig ist aber, dass der Anleger sich richtig informiert und nicht wild Geld anlegt, nur weil die Höhe der Zinsen so verlockend ist (ich möchte hier nur als Beispiel die Kaupthing Edge anführen). Je mehr gute und gezielte Informationen ich habe, desto besser kann ich mein Geld auch anlegen. Dessen sollten sich die Anleger auch mehr und mehr bewusst werden, um nicht auf falsche Geldanlagen und Lockangebote herein zu fallen.


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