Der Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Thomas Mirow, fordert im Vorfeld des G20-Gipfels in Kanada striktere Regeln für Banken und eine Bankenabgabe, notfalls auch auf Kosten des Wirtschaftswachstums.
Dem “Hamburger Abendblatt” sagte Mirow, die Staatengemeinschaft stehe in Toronto vor einem schwierigen Balanceakt zwischen Wachstum und Sparen. Der Abbau von hohen Staatsdefiziten muss nach Ansicht Mirows Vorrang haben: “Das wird kurzfristig Wachstum kosten, aber das ist besser als das akute Risiko einer neuerlichen weltweiten Finanzkrise einzugehen.”
Der Bankenchef plädiert ebenfalls für striktere Vorgaben für den Finanzsektor und für eine Bankenabgabe: Angesichts der Belastungen, die man den Bürgern abverlange, “ist es unvorstellbar, dass der Bankensektor nicht ebenfalls einen Beitrag zum Abbau der Budgetdefizite leistet”.
Mirow war für die SPD in Hamburg Wirtschaftssenator und arbeitete danach als Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Seit 2008 ist er Präsident der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.
ddp
