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Wein: Hochprozentige Rendite für Kenner

Veröffentlicht am 01. Oktober 2010

Es gibt Weinfreunde, denen geht es vorrangig nicht um das Bouquet von fruchtigen Waldbeeren, um die ausgereifte Tanninstruktur oder um den sanften, geschmeidigen Abgang. Sie interessieren sich für die Wertsteigerung der süffigen Tropfen, und die kann sich zeitweise sehen lassen. Das berichtet die Commerzbank, die in einer Meldung Chancen und Risiken dieser “liquiden” Geldanlage gegenüberstellt.

Seit Jahresbeginn 2010 stieg der “Livex 100″ – eine Art Wein-DAX, der die Preisentwicklung von 100 weltweiten Spitzenweinen verschiedener Jahrgänge indexiert – um über 25  Prozent. Seit 2005 hat er sich verdreifacht. Zum Vergleich: Der DAX legte 2010 bisher nur rund drei Prozent zu, seit 2005 um knapp 50 Prozent.

Das sind gute Aussichten für den Wein-Jahrgang 2009, der jetzt in den Handel kommt. Kenner loben ihn wegen seiner Qualität. Gleichzeitig gibt es Potenzial für Preissteigerungen. Die Subskriptionspreise – also die Preise für Vorabverkäufe – sind gehaltvoll. Beispiel Chateau Mouton Rothschild – Pauillac 1er Cru Classé 0,75 Liter: 890 Euro beim Hanseatischen Wein- und Sektkontor.

Weinernte in Bordeaux. Foto: obs/CIVB

Wer aber teuer einkauft, wird bis zur Auslieferung des Weins 2011 oder 2012 wohl keine Traumrenditen mehr erwarten, wie sie in manch vergangenem Jahr zu  erzielen waren. Das sollte Anlegern als Indiz dienen, dass bei Wein ein langer Atem ratsam ist – wie bei anderen Asset-Klassen auch.

In der Finanzkrise verspürten die vermögenden Käufer in Russland und Asien weniger Durst auf Wein. Jetzt zieht die Nachfrage an und die Preise steigen. Das noch Luft nach oben bleibt, zeigt ein Blick auf die Statistik. Derzeit trinkt ein Chinese im Durchschnitt nur einen halben Liter Wein pro Kopf und Jahr, Franzosen bringen es auf 50 Liter.

Wein als Geldanlage braucht eine Menge Sachverstand und wer nicht seine Altersvorsorge bereits  größtenteils im Kasten hat, sollte lieber die Finger davon lassen. Wein ist eine Langfristanlage und für Wertsteigerungen geeignet ist nur eine kleine Anzahl von Spitzenweinen. Sie müssen mindestens 95 von möglichen Punkten 100 Punkten vom Kritiker-Papst Robert Parker erhalten haben. Einige Bordeaux-Spitzenweine “Grand Cru” und “Premier Cru” bilden zu mehr als 90 Prozent den “Livex 100″.

Der Wein-Investmentmarkt ist wenig transparent. Deshalb ist ein Muss der regelmäßige Dialog mit Händlern, Auktionatoren, Testern und Fachjournalisten sowie der Besuch von Messen und Versteigerungen (Marktführer: Christie’s in London, in Deutschland z. B. Koppe & Partner). Von Käufen im Internet rät die Commerzbank in ihrer Meldung ganz überwiegend ab. Einen unübersehbaren Vorteil hat das Weininvestment. Die Gewinne sind steuerfrei, es fällt keine Abgeltungssteuer an.

tr

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