Finanzkrise: Was Sparer jetzt alles wissen müssen

08. Oktober 2008

Die Zustände der Weltfinanzmärkte sind dramatisch. Aspect Online gibt jetzt verunsicherten Anlegern Tipps:

Wie sicher ist mein Geld auf den Banken?
In Deutschland sind Spareinlagen so gut abgesichert wie kaum irgendwo sonst auf der Welt. Nach dem Einlagensicherungs- und Anlageentschädigungsgesetz wurde eine EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Damit sind die Spareinlagen von Bankkunden bis maximal 20.000 Euro abgesichert.

Die Sparkassen verfügen über eine sehr hohe Absicherung. Sie ist in vier Stufen gegliedert: zwölf regionale Stützungsfonds der Sparkassen, eigene Fonds der Landesbanken als Sicherungsreserve, überregionaler Ausgleich durch alle Sparkassen-Stützungsfonds und öffentliche Gebietskörperschaften als Gewährträger. Die Geldanlagen bei Genossenschaftsbanken sind ebenfalls zu 100 Prozent sicher. Durch Garantiefonds werden finanzielle Schwierigkeiten der Banken behoben. Ein Garantieverbund für den gesamten Bankenverband der Volks- und Raiffeisenbanken übernimmt Bürgschaften im Falle einer Insolvenz.

“Die Sparer in Deutschland müssen sich keine Sorgen um ihre Einlagen machen, denn sie sind durch den Einlagensicherungsfonds geschützt”, sagt Christian Lipicki vom Bundesverband deutscher Banken. Dieser Fonds der Privatbanken erstatte auch die über 20.000 Euro hinausgehenden Summen. Demnach wäre beispielsweise ein Vermögen von 100.000 Euro auch dann geschützt, wenn man es nicht auf die Konten mehrerer Finanzinstitute aufteilt, sondern es auf einem einzigen Konto anlegen würde.

Insgesamt werden laut dem Bundesverband deutscher Banken die Einlagen bis zur maßgeblichen Sicherungsgrenze der jeweiligen Bank geschützt. Diese entspricht 30 % des haftenden Eigenkapitals. Das Mindesteigenkapital einer Bank liegt in Deutschland bei fünf Mio. Euro. In diesem Fall wären also bereits pro Anleger 1,5 Mio. Euro geschützt. Wie hoch die jeweilige Sicherungsgrenze genau ist, lässt sich jederzeit bei der eigenen Bank erfragen.

Kürzlich hat außerdem die Bundesregierung eine Garantieerklärung für die Sicherheit privater Spareinlagen abgegeben.  “Eine bessere Garantie kann derzeit niemand geben”, sagt Prof. Hans-Peter Burghof vom Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistung an der Universität Hohenheim gegenüber Aspect Online.

Kann ich mein Bausparguthaben verlieren?
“Ganz bestimmt nicht”, sagt Alexander Nothaft vom Verband der Privaten Bausparkassen e.V. Schließlich seien Einlagen und Zinsen von Bausparverträgen bei allen privaten Bausparkassen in Deutschland in unbegrenzter Höhe abgesichert. Nothaft: “Da wir uns per Gesetz nicht über den Kapitalmarkt refinanzieren dürfen, sind Risikopapiere tabu für uns.” Die Kassen verfügen über einen Einlagensicherungsfonds, der einen potenziellen Crash abfangen würde.

Sollte ich vermehrt in Gold investieren?
Dieser Tage gibt es einen regelrechten Run der Privatanleger auf Goldmünzen- und -barren. “Die Nachfrage kann momentan nicht mehr befriedigt werden”, sagte ein Händler der Düsseldorfer WGZ-Bank. Auch bei den Lieferanten herrscht akute Knappheit nach Goldbarren. So ist nicht alles Gold, was glänzt: Nach der Finanzkrise könnte sich herausstellen, dass man damit ein ordentliches Verlustgeschäft gemacht hat. Es gibt allerdings auch Gegenmeinungen, die in Gold ein dauerhaftes “Krisenmetall” sehen, das in der Regel seinen Wert behält und damit das Vermögen zumindest partiell absichern kann.Vor dem Goldkauf ist eine fundierte Beratung in jedem Fall empfehlenswert.

Soll ich Aktien so bald wie möglich verkaufen?
Der Wert von Aktien wird täglich in Form des Börsenkurses neu ermittelt. So können die Aktien zwar fallen, aber jederzeit auch wieder steigen. “Man weiß als Anleger über den künftigen Kursverlauf auch nicht besser Bescheid als der Markt selbst”, sagt Prof. Hans-Peter Burghof. “Haben Sie etwas Geduld!”, mahnt er. Nur wenn der Anleger das Geld wirklich rasch braucht und sich weitere Verluste keinesfalls leisten will, sollte er einen Verkauf in Erwägung ziehen.

Sind Bundesschatzbriefe am sichersten?
Ein festverzinsliches Wertpapier wird auch Anleihe, Schuldverschreibung, Rating oder Bond genannt. Damit ist ein Gläubigerpapier gemeint, das eine Forderung gegenüber dem Schuldner verbrieft, der sie begeben hat. Darunter fallen auch die Bundeswertpapiere, zu denen auch die Bundesschatzbriefe gehören. Sie gelten als äußerst sicher, da auch hier der Staat für sie bürgt – zur Not eben mit dem Steueraufkommen.

Welche Regeln sind als einfacher Anleger zu beachten?
“Lege nie alle Eier in einen Korb.” Überträgt man das Sprichwort auf für die Finanzmärkte, bedeutet es, Risikoanhäufungen bei Kapitalanlagen tunlichst zu vermeiden. “Eine gute Diversifikation, also die Streuung des Vermögens in mehrere unterschiedliche Anlageobjekte ist mehr als empfehlenswert”, sagt Prof. Hans-Peter Burghof.

Kostenlose Leistungsvergleiche und weitere Informationen zu den Themen Tagesgeldkonto und Festgeldkonto sowie Lebensversicherung bietet aspect-online.de.

(Quelle: ddp, aspect online)

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bisher 6 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Franz Einhellig  |  08. Oktober 2008 um 21:04 Uhr

    ich habe eine frage zum einlagensicherungsfonds:
    z.. anlagenbetrag 100 000,00 euro
    welche sicherheit habe ich, wenn der genannte betrag auf
    fuenf verschiedene banken zu je 20 000,00 euro angelegt wird ??? habe ich dabei die groesstmoegliche sicherheit ??
    bitte um antwort.

  • 2. Finanz-Tipps Redaktion  |  09. Oktober 2008 um 10:52 Uhr

    Die angenommen 100.000 Euro sind hierzulande auf jeden Fall geschützt, wenn man sie zu je 20.000 Euro auf verschiedene deutsche Banken aufteilt.

    Dafür garantiert der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, der von 180 Banken getragen wird. Laut dem Verband sind seit 30 Jahren alle betroffenen Privatkunden “voll umfänglich” entschädigt worden.

    Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken erstattet auch die über 20.000 Euro hinausgehenden Summen. Damit wären die 100.000 Euro auch dann bei einer deutschen Bank geschützt, wenn man sich nicht auf mehrere Finanzinstitute aufteilt.

    Insgesamt werden die Einlagen bis zur maßgeblichen Sicherungsgrenze der jeweiligen Bank geschützt. Diese entspricht 30 % des haftenden Eigenkapitals.

    Das Mindesteigenkapital einer Bank liegt in Deutschland bei 5 Mio. Euro. In diesem Fall wären also bereits pro Anleger 1,5 Mio. Euro geschützt. Wie hoch die jeweilige Sicherungsgrenze ist, können Sie bei Ihrer Bank erfragen.

  • 3. smava Blog » Blog A&hellip  |  10. Dezember 2008 um 19:12 Uhr

    [...] Aktien investiert und damit ein vergleichsweise hohes Risiko in Kauf genommen. Im Hinblick auf die Finanzkrise sind Anleger mittlerweile aber zunehmend vorsichtiger geworden und schichten ihr Kapital in andere [...]

  • 4. Finanzblog » Blog Archiv&hellip  |  07. Mai 2009 um 21:13 Uhr

    [...] hat auch der Bundesverband deutscher Banken, der BdB, auf die Leitzinsssenkung reagiert. Da der BdB eines der wichtigsten Organe in Deutschland ist im Bereich der Finanzwirtschaft, möchten wir Ihnen [...]

  • 5. Timo  |  13. Mai 2009 um 21:51 Uhr

    Sehe ich auch so

  • 6. Konstantin  |  29. November 2009 um 05:39 Uhr

    Hallo

    Danke für diesen interessanten Artikel! Ich habe schon oft hier Beiträge gelesen und freue mich immer wieder über die gleichbleibend gute Qualität.

    Ich glaube ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Edelmetallen/Rohstoffen und Aktien im Depot ist der Schlüssel zum Erfolg, wobei ich persönlich zu einem Verhältnis von etwa 1 zu 2 zu gunsten der Rohstoffe tendiere

    Viele Grüße
    Konstantin

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