Ordentlich den WM-Sieg feiern und dabei Autofahren ist in. In Deutschland werden Autokorsos nach Siegen im Fußball zusehends beliebter. Doch nicht alles ist erlaubt, was Spaß macht: Sich etwa aus dem Fenster zu lehnen oder jubelnd auf dem Autodach zu sitzen beispielsweise. Nicht wenige sind auch schon im Cabrio stehenderweise mit der Deutschlandfahne gesehen worden. Allein der Kulanz der Ordnungshüter ist es zu verdanken, dass so manche enthemmt fahrende Fußballfans nicht umgehend – und im wahrsten Sinne des Wortes – aus dem Verkehr gezogen werden.
Die Straßenverkehrsordnung (StVO) ist eindeutig: §30 etwa verlangt bei der Benutzung von Fahrzeugen unnötigen Lärm bzw. Abgasbelästigungen zu vermeiden. Außerdem: “Unnützes Hin- und Herfahren ist innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn andere dadurch belästigt werden. Veranstaltungen mit Kraftfahrzeugen bedürfen der Erlaubnis, wenn sie die Nachtruhe stören können.” Damit ist klar: Eine wild hupende Auto-Kolonne mit Fußballfans ist oftmals ungesetzlich – aber die Polizei ist beim Anblick der rollenden Partymeute nach einem gewonnenen Spiel gern nachsichtig – und vielleicht auch ein bisschen machtlos.
Passiert aber etwas mit dem Wagen, kann der Kfz-Halter bei der Autoversicherung nicht unbedingt mit viel Wohlwollen rechnen. “Wenn fremde Fans auf dem eigenen Auto herumklettern und der Halter nachher keinen Verursacher für Dellen und Kratzer vorlegen kann, wird der Versicherer grobe Fahrlässigkeit vermuten und den Schaden mit Sicherheit nicht regulieren”, sagt Versicherungsexpertin Sabine Goebel von Aspect Online.
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