“Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich 2010 auf einen Zusatzbeitrag von durchschnittlich sechs Euro im Monat einstellen.” So die Quintessenz eines Beitrages “Berliner Zeitung” vom Dienstag. Das Blatt beruft sich auf Berechnungen von Krankenkassen.
Gestern eilige Dementis: Die DAK, die fusionierte Barmer/Gmünder Ersatzkasse, die Techniker Krankenkasse und zwei AOK wollten gegenüber dem “Kölner Stadt-Anzeiger” nichts von Zusatzbeiträgen wissen. Für die Betriebskrankenkassen erklärte eine Sprecherin des Bundesverbandes: “Mir ist keine einzige Kasse bekannt, die für Januar Zusatzbeiträge erheben wird.”
Wenn schon nicht 2010, dann wenigstens 2011. In diesem Jahr “werden praktisch alle Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben müssen”, sagte DAK-Sprecher Jörg Bodanovitz derselben Zeitung. Ursache dafür sind 2,3 Milliarden Euro Bundeskredit, die der Gesundheitsfonds 2009 zur Krisenbewältigung erhält und deren Rückzahlung im übernächsten Jahr fällig ist.
Bei ihrem Selbstfindungskurs in Meseberg einigte sich die Regierung unterdessen, im kommenden Jahr dem Fonds 3,9 Milliarden Euro zuzuschießen. Das Defizit von 7,5 Milliarden Euro, das sich für 2010 abzeichnet, soll damit eingedämmt werden. Für die Kassen sei dies eine wichtige Mitteilung, um möglicherweise keine Zusatzbeiträge erheben zu müssen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.
ddp/tr
